Sowjetmoderne 1955–1991. Unbekannte Geschichten

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20121229

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Sowjetmoderne 1955–1991. Unbekannte Geschichten




8. November 2012 - 25. Februar 2013

Während der Konstruktivismus und die stalinistische Architektur hierzulande einer interessierten Öffentlichkeit bekannt sind, ist das Wissen über die sowjetische Moderne der Nachkriegszeit noch beschränkt. Das Ausstellungsprojekt „Sowjetmoderne“ untersucht die Architektur der 14 ehemaligen Sowjetrepubliken, die während der späten 1950er Jahre bis zum Ende der UdSSR im Jahr 1991 entstand. Dabei wird Russland als Zentrum bewusst außerhalb der Betrachtung gelassen. Westliche Architekturgeschichten blenden allenfalls hin und wieder ein Meisterwerk aus diesen Regionen ein, systematisch wird erst seit kurzem über den zweiten Kontinent des Modernismus zwischen Tallinn und Taschkent geforscht. „Sowjetmoderne“ ist der erste Versuch einer umfassenden Bestandsaufnahme und Kontextualisierung dieser zweiten Moderne, die sowohl den regionalen Besonderheiten, den speziellen Entstehungsprozessen als auch der individuellen Handschrift von Meisterarchitekten nachspürt.
Entgegen westlicher Vorurteile, die die Architektur im Ostblock als gleichförmig abstempeln, kann bei näherer Betrachtung kaum eine lineare Entwicklung der architektonischen Formensprache ausgemacht werden. Das großangelegte Forschungsprojekt versucht insbesondere, die seit dem Zerfall der UdSSR verkarsteten Kommunikationsstrukturen zu beleben und ArchitektInnen, ForscherInnen und ExpertInnen zu vernetzen. Noch leben viele der ProtagonistInnen, StadtplanerInnen und ZeitzeugInnen, deren Geschichten kaum geschrieben und deren Werke noch nicht kontextualisiert wurden. Die Zeit drängt, denn in einigen der Republiken besteht dringender Handlungsbedarf. Viele der Bauten, die noch auf ihre architekturhistorischen Meriten warten, sind gefährdet. Zum einen lässt die mangelhafte Bautechnologie ihrer Entstehungszeit die Objekte überschnell altern, zum anderen fehlen die Ressourcen zur Instandhaltung. Auch stehen in den jungen Republiken die Bauten als Insignien der alten Kolonialherrschaft – so wie das heute oft gelesen wird – nicht immer hoch im Kurs. Dabei ist das Sichtbarmachen dieser kaum erforschten lokalen Architektursprachen und Dialekte während der nachstalinistischen radikalen Modernisierungsphase im Hinblick auf den von Moskau proklamierten Vielvölkerstaat und das Verhältnis der lokalen Eliten zum Zentrum kultur- und architekturhistorisch äußerst brisant.
Quelle:
[quote]http://events.wien.info/de/643/sowjetmoderne-19551991-unbekannte-geschichten/

Hubert Feiglstorfer

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