Dan Flavin. Lights

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20121229

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Dan Flavin. Lights




13. Oktober 2012 - 3. Februar 2013

Dan Flavin (1933-1996) hat durch den Einsatz von Licht als Werkmotiv und -material seit den 1960er Jahren die Malerei und Skulptur nachhaltig verändert und entgrenzt. Als einer der Hauptvertreter der Minimal Art trug er zur Überwindung konventioneller Malerei- und Bildvorstellungen bei, indem er zunächst in den sogenannten „Icons“ (1961-64) farbige Glühbirnen an die Bildränder anschraubte, um dann überhaupt das Bild zu verlassen und handelsübliche Leuchtstoffröhren installativ zu verwenden. Die Ausstellung zeigt erstmals in Österreich das bahnbrechende Werk Dan Flavins in einem repräsentativen Überblick. Bereits in den Icons überführt Flavin die traditionelle Ikonografie und Werkform des Bildes in einen profanen und alltagskulturellen Kontext. Die spirituelle Lichtmystik religiöser Ikonen wird hier von einem profanen Leuchten abgelöst, das an Lichtreklamen, städtisches Nachtleben oder triviale Zimmerlampen erinnert. Durch das Anbringen von Leuchtstoffröhren an neuralgischen Stellen des Raumes wurden die letzten Reste gängiger Bild- und Malereivorstellungen getilgt und ein gebräuchliches Requisit der Alltagrealität zum zentralen Kunstmotiv bestimmt. Wenn Flavin diese Röhren zu geometrisierenden Formen türmte, wie in den Monuments for V. Tatlin (1964-68), dann wurde damit bewusst die Tradition des russischen Konstruktivismus und dessen gesellschaftsbezogene Ansprüche als Vorbilder zitiert. Das Bekenntnis der Konstruktivisten zur Industrialisierung und deren Einfluss auf die Material- und Formensprache der Kunst fand in der nüchternen Materialästhetik und der industriellen Fertigung vieler Objekte der Minimal Art ihre Resonanz und Neuinterpretation. Dan Flavins Lichtinstallationen bilden in diesem Zusammenhang eine unverwechselbare Position, die mit den traditionellen Werkgrenzen auch die herkömmlichen Trennlinien zwischen Werk und Betrachter auflöst. Das Werk wird nicht mehr beleuchtet, sondern leuchtet von sich aus und färbt Raum und Betrachter ein. Dass der Künstler in seinen Arbeiten eine Fortsetzung der Malerei mit anderen Mitteln sah, wird durch die Verwendung farbintensiver Leuchtröhren erkennbar, die Erscheinung und Wahrnehmung der Räume verändern.
Quelle: Pressetext
http://events.wien.info/de/49d/dan-flavin-lights/

Hubert Feiglstorfer

Posts : 59
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http://www.ahdf.at

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